Der Allgemeine Schützenverein und seine Geschichte

Im Jahre 1633 gegründet, inmitten der Wirren des 30 jährigen Krieges, bestand die Aufgabe der Schützenvereine wohl hauptsächlich darin, als Landwehr den Heimatort Lette zu schützen. Als eine Art Notgemeinschaft hatten sich seine Mitglieder nicht nur bei Überfällen und Auseinandersetzungen sondern auch bei Brand und Tod oder bei anderen Notfällen immer wieder zu bewähren. In Friedenszeiten hielten sich die Mitglieder des Schützenvereins durch regelmäßige Schießübungen wehrhaft. Die regelmäßigen Schießübungen wurden im Laufe der Zeit zu einem Schützenfest mit festen Regelungen.

         

      

Orden von 1692
Bernd Vinnenberg
Plakat Schützenfest
von 1908

Gemeindeschützenfest Lette Aufruf aus dem Jahre 1852

Orden von 1694
Jost Herbers

Seiner Weheraufgaben ledig, entwickelte ich im Laufe der Zeit auch in Lette der Schützenverein zu einem wichtigen Faktor im bürgerschaftlichen Leben der Gemeinde. Wie viele andere Vereine im Münsterland schrieb der Schützenverein in Lette "Mannhaft einzutreten für Glaube, Sitte und Heimat" auf seine Fahne. Jahr für Jahr wurde das jährlich stattfindende Schützenfest zum Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens, den Eintracht und Frohsinn zu pflegen und zu fördern.

Über das Schützenwesen in Lette aus noch früheren Zeiten wissen wir wenig. Zusammenhängendes schon gar nicht. Die vorhandenen schriftlichen Quellen sind sehr spärlich, lückenhaft und zum größten Teil aus jüngster Zeit. Ältere Statuten und Aufzeichnungen, wie es bei anderen Schützenvereinen vorhanden ist, fehlen.
Die Archiven jüngerer Zeit ist es zu entnehmen, das ältere Unterlagen einmal vorhanden waren, aber im Laufe der Jahre bedauerlicherweise verloren gegangen sind. Besonders schmerzlich ist der Verlust des ältesten Königschildes aus dem Jahre 1633, zumal hierauf das Alter des Letter Schützenvereines zurückgeführt wird.

Bedauerlich sind diese Tatsachen, weil nur wenige Vereine das gesellschaftliche Leben historisch über viele Jahrhunderte so zurückzuverfolgen ist wie die Schützenvereine.

 

Die einfachen Leute wohnten in Fachwerkhäusern: die Wände waren von oben bis unten mit Eichenbalken verstrebt, die Zwischenräume mit Backsteinen oder einem Gemisch aus Kalk und Weidengeflecht ausgefüllt, und das Ganze war mit Lehm verputzt.

Bild: Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert

Deutsche Stadt im
16. Jahrhundert

Vieles Anschauliches aus den  vergangenen Jahrhunderten is heute in traditionellen Museen untergebracht.
Wie auch das Museum im Heimathaus Lette

 Ein Besuch im Heimathaus in Lette lohnt sich immer.

In vergangenen Zeiten war es durchaus üblich im Rahmen allgemeiner Bürgeraufgaben in den Orten und Kirchspielen den Wachdienst zu übernehmen. In Kriegszeiten galten andere Gesetze. Im Falle einer drohenden äußeren Gefahr waren alle Bürger ohne Unterschied, mit wenigen privilegierten Ausnahmen zur Verteidigung aufgerufen. Der Schutz des Bürgerlichen Gemeinwesens war nicht Aufgabe einer Organisation, sondern die Sache der Gesamtheit. Das hierbei auch Schützen kooperiert waren, bedarf keiner besonderen Feststellung. Wenn in Kriegszeiten das Aufgebot des Landesherren erging waren die Gemeinden gehalten ein Aufgebot zu stellen. Die Verteidigung des Landes kam auch den einzelnen Gemeinden indirekt zu Gute. Beweggrund der militärischen Pflichterfüllung war aber wohl das Wohl des Landes. Das man bei den Aufgeboten neben anderen Waffenträgern auch Schützen auswählte, geht aus vielen vorliegenden Urkunden hervor. Sie traten aber nicht als Kontingent in die Heeresfolge auf.

Mit Beginn des 16. Jahrhunderts ließ das Aufgebot der Bürgerschaft zum Waffendienst in den Heeren der Landesfürsten nach. Die eigens gemusterten Söldnerheere traten an die Stelle der bürgerlichen Aufgebote. Dies Heere mussten vom Landesherrn unterhalten werden, was zur Folge hatte, das die entsprechenden Kostenbeiträge von den Bürgern zu ihrer Unterhaltung und zur Deckung der Kriegskosten forderte. Durch dies Maßnahmen trat eine gewisse Änderung in den Aufgaben und im Sinn der bestehenden Schützengesellschaften ein. Der Einfluss der örtlichen und landesherrlichen blieb aber weiterhin bestehen, sei es in der Unterstützung und Förderung oder auch darin, das die jeweils erlassenen Satzungen hievon genehmiget werden mussten.

Dieser Einfluss hielt sich auch in den folgenden Jahren bis in die neue Zeit. Auch auf die Schützenfeste anlässlich der jährlich stattfindenden Vogelschiessens nahm die Obrigkeit Einfluss.

Die Festlichkeiten mit ihrem bunten Treiben und den oft ausschweifenden Trinkgelagen mit Ausgelassenheit und Streitigkeiten erregten den Ärger der Obrigkeit. So erließ Bischof Ferdinand von Münster am 20. November 1628 eine Verordnung über die Schwelgerei. In dieser wird neben der Beschränkung der Personenzahl, die an Eheverlöbnissen, Hochzeitsfeiern und Kindtaufen teilnehmen dürfe auch angeordnet,

"das an jedem Ort jährlich nur einmal, an einem Nachmittag, das Vogelschiessen stattfinden, jedoch dazu keiner außer der Bauernschaft wohnender Teilnehmer gebeten werden, und das dabei auf 20 Personen nur eine Tonne Bier verwendet und jeder vor Abend wieder heimkehren soll". außerdem solle" alle Zecherei und Trunkenheit an heiligen Tagen, besonders auf dem Lande vermieden werden.

In der Verordnung setzte man als Strafe eine Betrag von 5 bis 10 Mark fest.

 

Wer über weitere Informationen über die Geschichte des Allgemeinen Schützenvereins Lette verfügt und diese weitergeben möchte, möge sich bitte melden unter: Tel. : 025467141 oder unter Email:  webmaster@allgemeiner-schuetzenverein-lette.de
 

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09.06.2017

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